Der Islam in einer Welt von Ungläubigen


Gabriel A. Goldberg, M.A.

Mehr denn je suchen Christen und Juden bei führenden Muslimen interreligiösen Dialog. Doch gibt es Gründe, warum dies unklug ist.

Im verzweifelten Bemühen „Gemeinsamkeiten“ zu präsentieren, erfinden diese Dialogeiferer gemeinsame Ansichten, um ihre Agenda zu untermauern. Dabei stellen sie schlichtweg verkehrte Vermutungen über den Islam an.

Nicht nur im fundamentalistischen, sondern auch im Mainstream-Islam gibt es ein grundlegendes theologisches Element rassistischen Judenhasses mit offenkundigen Völkermord-Absichten. (Ich zeige nicht mit Fingern auf alle Muslime.) In einem solchen Kontext ist Freundschaft, geschweige denn Dialog, sittenwidrig, es sei denn die rassistische Ideologie und die Genozid-Absichten wurden nachweislich abgelegt. 

2007 hat das Yale Center for Faith and Culture eine Erklärung herausgegeben: Miteinander Gott und den Nächsten lieben: Eine christliche Antwort auf „Ein Wort, das uns und Euch gemeinsam ist“, die von christlichen Leitern und Gelehrten unterzeichnet wurde. Es wurden Glaubensgemeinsamkeiten mit dem Islam beschrieben. Dieses „Yale-Dokument“ war die Antwort auf eine frühere Erklärung führender muslimischer Gelehrter und Leiter weltweit, die auf Christen zugingen.

Die christliche Erklärung sagt nicht ausdrücklich, der Gott der Bibel und der Allah des Islams seien ein und derselbe, doch geht der Versuch einer solchen Schlussfolgerung aus der Wortwahl hervor. Wiederholt werden beide Gott genannt, egal, ob es sich um Gott oder Allah handelt, um das Christentum oder den Islam. Damit wird sehr stark impliziert, Christen, Juden und Muslime würden denselben Gott anbeten. (Bitte lest dazu HASCHIWAH, Jahrgang 35, Nr. 1, „Ist Allah der Gott der Bibel? Eine jüdische Sicht“, und seht, warum Gott und Allah nicht derselbe sind.)

Die Unterzeichner repräsentieren das gesamte Spektrum christlicher Denominationen, von katholisch, episkopal, lutherisch, orthodox, bis zu zahlreichen evangelikalen Gruppen. Wie zu erwarten, sind unter den Unterzeichnern auch der aktiv pro-palästinensische Rev. Bill Hybels (Willow Creek Community Church) und der vehemente Gegner des christlichen Zionismus, der pro-palästinensische und anglikanische Autor und Ersatztheologe Rev. Colin Chapman. Andere Unterzeichner sind Rev. David Yonggi Cho (Yoido Full Gospel Church, Seoul, Korea); Richard Mouw (Präsident des Fuller Theological Seminary); David Neff (Redakteur von Christianity Today); Rev. Robert Schuller („Hour of Power“); Rev. Berten Waggoner (Nationaler Direktor von Vineyard USA); Rev. Rick Warren (Saddleback Church).

Mohammed der Vergebende?

Es ist fragwürdig, warum in der Erklärung in extremer Weise muslimische Gefühle unterwürfig berücksichtigt wurden. Doch völlig bizarr wird es, wenn die Vergebungsworte Jesu am Kreuze: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Luk. 23, 34) mit denen Mohammeds verglichen werden, der sagte, man solle denen vergeben, die einem Unrecht tun.

Was auch immer Mohammed in diesem einen Moment andeutete – auch wer nur Grundkenntnisse hat über Mohammed und die Ausbreitung des Islams von dessen ersten Tagen weiß, er war Anführer einer Bewegung, für die Rache und Massaker normal waren. Seit 1400 Jahren wird diese seine Tradition an nachfolgende Generationen weitergegeben. Auch heute ruft jede als Beleidigung wahrgenommene Äußerung gegen den Islam gewöhnlich weltweit gewalttätige Reaktionen von Muslimen hervor. Denken wir an die „Mohammed-Karikaturen-Affäre“, die „Salman-Rushdie-Affäre“ oder die kürzlichen Koran-Verbrennungen in Afghanistan.

Mohammed mit Jesus zu vergleichen ist so absurd wie Al Capone mit Mutter Theresa oder Dschingis Khan mit Jesus zu vergleichen. Dschingis Khan soll gesagt haben: „Wenn mein Leib stirbt, lass ihn sterben, mein Land aber lass nicht sterben.“ Dies ähnelt doch auch dem, was der Hohepriester Kaiphas über Jesus sagte: „Es ist uns besser, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe“ (Joh. 11, 50). Doch keiner würde auf Grund einer einzigen Äußerung den mongolischen Krieger und Herrscher, Dschingis Khan, der Millionen von Menschen quälte, mit Jesus vergleichen.

Mohammeds Karriere als Prophet des Islams ist untrennbar von seinem Leben als Krieger. Angefangen mit wenigen Männern, die auf Beutezug Händlerkaravanen überfielen, leitete er später eine Armee von 30.000 Männern an der Oase von Tabuk.

Der jüdische Stamm Quraiza in Medina, Arabien, erfuhr Mohammeds „vergebende“ Gesinnung so: Nachdem die Juden sich ergeben hatten, wurden alle Männer, ca. 600 bis 900, vor Gräben aufgestellt und geköpft. Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft. Das Ereignis wurde vom Biographen Mohammeds, Ibn Ishaq, beschrieben und wird im Koran (Sure 33, 26) erwähnt.

Statt sich unabhängig vom Kontext auf eine Aussage zur Vergebung zu konzentrieren, wäre ein historisch exakterer Vergleich des Yale Centers wirklich jener zwischen Mohammed und Dschingis Khan gewesen. Der Anführer aus dem 13. Jahrhundert, der die mongolischen Stämme vereinigte, sagte: „Es ist das größte Vergnügen, deine Feinde zu bezwingen, sie vor dir zu vertreiben, sie ihres Reichtums zu berauben und die, die ihnen nahe stehen, in Tränen aufgelöst zu sehen, ihre Pferde zu reiten und ihre Frauen und Töchter an deinen Busen zu drücken.“

Der in muslimischen Berichten beschriebene Umgang Mohammeds mit den jüdischen Stämmen Quraiza aus Medina und Bani-Nadir aus Khaibar deckt sich mit den Standards von Dschingis Khan. Nach dem Koran und dem Hadith (die autoritative Sammlung von Mohammeds Sprüchen und Taten) ermunterte Mohammed zu und beteiligte sich an Angriffskriegen, Vertragsbrüchen, Vertreibungen, Massakern, Torturen, Meuchelmorden, Hinrichtungen, Plünderungen, Erpressung von Geldern und der Versklavung, alles autorisiert durch Allah. Bezeichnenderweise verstanden seine Nachfolger und Erben sein Leben so und wollten es nachahmen.

Der Vergleich zwischen Jesus und Mohammed ist so absurd, dass man vor Augen hat, wie seine Verfechter versuchen, ein Kamel durch ein Nadelöhr zu zwängen. Doch wenn diese christlichen Leiter nicht fähig sind, grundlegend zwischen Jesus und dem Krieger-Propheten des Islams zu unterscheiden, dann sollte es keinen wundern, wenn sie auch nicht zwischen Gott und Allah unterscheiden können.

Ökumenischer Dialog oder Genozid?

Einige Christen und Juden sind entschlossen, die interreligiösen Unterschiede zum Islam zu überbrücken, lassen dabei historische und biblische Exaktheit außer Acht, und sehen nur Gemeinsamkeiten. Aber sollten Christen und Juden – ob politisch korrekt oder nicht – ihre Hände den Muslimen entgegenstrecken, ohne ernste Fragen zu stellen? Ich bin nicht gegen freundschaftliche Beziehungen zwischen christlichen und muslimischen Nachbarn, sondern beziehe mich auf die jeweiligen Leiter, die Vermittler korrekter Glaubensinhalte. Solange der Mainstream-Islam die Idee verbreitet, Juden seien Söhne von Affen und Schweinen, oder schlimmer, die Idee eines Genozids an Juden fördert, sind interreligiöse Nettigkeiten völlig unangebracht.

Nach einem der berüchtigsten Hadiths werden alle Juden getötet, wenn die Letzte Stunde (die muslimische Auferstehung, der Tag des Gerichts) kommt. Mohammed sagt: „Die Letzte Stunde kommt nicht, bevor die Muslime mit den Juden kämpfen und die Muslime sie töten, sodass sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und der Stein und der Baum sprechen werden: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, hier ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn‘“ (aus dem Sahih von Muslim ibn al-Hajjaj, der unter Muslimen zu den authentischsten Hadith-Sammlungen gehört). Kurz gesagt ist damit die Tötung von Juden eine Voraussetzung für den Tag des Gerichts.

Wo ist die „Gemeinsamkeit des Glaubens“, und wozu Dialog, wenn der echte muslimische Gläubige in Wirklichkeit weiterhin behauptet: „Der Gott, an den wir beide, Muslime und Juden glauben, verlangt von mir, letztlich alle Juden zu töten“? Dies ist nicht nur irgendeine apokalyptische, eschatologische Doktrin, sondern eine Pflicht für Muslime.

Eiferer des interreligiösen Dialogs und muslimische Apologeten spielen diesen Hadith als heute nicht mehr relevant herunter und meinen, seine wortwörtliche Interpretation sei ein islamistischer Auswuchs. Leider ist das mehr Wunschdenken als Realität. Die meisten Muslime glauben wirklich an diesen Hadith und halten ihn für autoritativ und relevant. Wie eine Meinungsumfrage unter den Palästinensern – unter den höchstgebildeten Arabern – im Juli 2011 zeigte, glauben 73 % von ihnen an diesen Genozid-Hadith im wortwörtlichen Sinne. Muslimische Gesinnungen gegenüber Juden in Ägypten, Jordanien, der Türkei und anderswo sind ebenso. Der Optimismus der Dialogeiferer basiert damit wohl auf den restlichen 27 % der nicht ganz so extremen Muslime.

Juden, Affen und Schweine

Was die Darstellung von Juden als „Söhne von Affen und Schweinen“ anbelangt – trotz der irreführenden Leugnung einiger muslimischer Apologeten, so etwas befände sich nicht im Koran – gründet sich dies auf den Koranvers Sure 5, 60 und andere. Führende Koranausleger des Mittelalters (al-Tabari, 10. Jh.,und al-Qurtubi, 13.. Jh., und andere) beschreiben wie Juden von Allah bestraft und in Affen und Schweine verwandelt wurden.

Die Darstellung von Juden als Affen und Schweine ist in den wichtigsten religiösen Quellen des Islams (Koran und Hadith) tief verwurzelt – wie auch die Vorhersage ihrer Vernichtung. Obwohl dies sehr primitiv in westlichen Ohren klingt, kommt diese rassistische Einstellung führenden Muslimen auch heute regelmäßig über die Lippen.

Der wichtigste moderne sunnitische Kleriker Dr. Muhammad Sayyid Tantawi (Großimam der Al-Azhar-Moschee und Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo mit weltweit führender Mainstream-Koranschule) sprach bis zu seinem Tod 2010 in seinen Predigten regelmäßig von Juden als Nachwuchs von Affen und Schweinen, nicht nur als vergangenes Ereignis aus dem Koran, sondern bezogen auf die Juden heute und als Ganzes.

Leicht schreibt man einen solchen antisemitischen Glauben radikalen Islamisten, der Hamas, der Hisballah und den Klerikern des Irans zu. In Wahrheit ist dieser Glaube aber weit verbreitet und wird von Imamen in Moscheen in der gesamten islamischen Welt als wörtlich zu nehmen gepredigt. In der wichtigsten Moschee Mekkas, der Al-Haraam-Moschee, hat Imam Scheich Abd Al-Rahman Al-Suddayis gebetet, Allah möge die Juden vernichten, den „Abschaum der menschlichen Rasse, die Ratten der Welt … und die Nachkommen von Affen und Schweinen.“

Auch der Scheich Ibrahim Mahdi von der Palästinensischen Autonomiebehörde predigte seinen Gemeindegliedern, sämtliche Waffen gegen die Juden zu erheben, die „Allah als Menschenaffen und Schweine“ beschreibt. Dem Beispiel ihrer Kleriker folgend, verstärken die Medien und andere öffentliche Meinungsmacher die Affen-Schwein-Verunglimpfung im öffentlichen Bewusstsein der Muslime.

Salim ’Azzouzvon der ägyptischen Liberalen Partei schrieb, die Juden „sind wirklich Schweine und Affen“ und ihnen nicht nur ähnlich.

Vernichtungspläne

Unheilverkündend zeigt diese Kombination – Degradierung von Juden zu menschenunwürdigen Tieren und die Vorhersage ihrer Vernichtung – islamische Vernichtungspläne, die nicht weniger abscheulich sind als die der Nazis. Das erinnert an Nazi-Propagandafilme, die Juden als Ratten und Ungeziefer darstellten, um die deutsche Öffentlichkeit gegen sie aufzuhetzen. Das ebnete den Weg für Auschwitz.

Wundert es da, dass heute antisemitische Bestseller wie die Protokolle der Weisen von Zion und Hitlers Mein Kampf praktisch in jedem Buchladen in der gesamten muslimischen Welt zu kaufen sind? Wundert es da, dass Armeen und terroristische Milizen im Nahen Osten den Nazigruß übernommen haben? Oder dass der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, ein bezahlter Verbündeter Hitlers war, der sich mit ihm und anderen Nazigrößen in Berlin traf, in der Hoffnung, die Endlösung nach Palästina zu bringen? Oder dass antisemitische politische Karikaturen, ähnlich wie in Der Stürmer, heute normal in der arabischen Presse sind?

Oder dass Saddam Hussein und Muammar Gaddafi Atomwaffen nachjagten und Mahmud Ahmadinedschad es noch immer tut, mit dem erklärtem Ziel, Israel zu zerstören? Oder dass der Anführer der Hisballah, Scheich Hasan Nasrallah, behauptete, er hoffte, alle Juden würden nach Israel ziehen, dann würde es leichter, sie zu töten, und man müsse sie nicht auf der ganzen Welt zusammensuchen?

Zweifelsohne gibt es viele Muslime, die diese abstoßenden Ideologien ablehnen, obwohl es sich um traditionelle Mainstream-Islam-Theologie handelt. Viele Individuen sind bedeutend liberaler in ihrem Verständnis muslimischer Texte, vielleicht sogar kritisch ihnen gegenüber. Es gibt Muslime, die Juden und Christen schätzen und ihnen Gutes wünschen. Es gibt auch Muslime, inklusive einiger Imame, wie die Gruppe Muslime für Israel, die Israel grundsätzlich unterstützen, da es eine offene, demokratische Gesellschaft ist. Es gab Muslime, wie den iranischen Diplomaten Abdol-Hossein Sardari, der im Holocaust Juden rettete. Solche sind einer Freundschaft würdig.

Doch vor den Muslimen (auch im Westen), die bei den Themen Terrorismus, 11. September, Demokratie, Menschenrechte in muslimischen Ländern oder Israels Existenzrecht ausweichen, sollte man sich hüten, denn dahinter lauert eine Ideologie, die nicht weniger unheimlich ist, als die der Nazis.

An diejenigen Christen, die das Yale-Dokument und an die Muslime, die ihre eigene Erklärung unterzeichnet haben, habe ich ein paar Fragen: Wenn es so große Gemeinsamkeiten zwischen den Glaubensrichtungen gibt, und wenn wir alle dem Grunde nach dasselbe glauben und wollen, warum fühlen sich zum einen Muslime in vorwiegend christlichen Ländern des Westens frei, und sind nicht vom Tode bedroht, während zum anderen Christen, Juden und andere Nichtmuslime, die in muslimischen Ländern leben, ihren Glauben verbergen müssen, in Angst leben und oft flüchten? Warum können im Westen relativ leicht Moscheen gebaut werden, während in muslimischen Ländern nicht-muslimische Gotteshäuser nur unter strengen Auflagen gebaut oder sofort verboten werden?

Warum flüchten heute massenweise Christen aus dem Nahen Osten, wie vor 60 Jahren während der Pogrome über 800.000 friedliche jüdische Einwohner aus arabischen Ländern fliehen mussten? Warum fliehen Muslime nicht aus christlichen Ländern? Warum fliehen sie nicht aus Israel?

Außerdem, warum gehen im Westen nicht massenweise Muslime auf die Straße, um gegen den Machtmissbrauch arabischer Diktatoren, wie in Syrien, zu protestieren? So, wie sie es bei vermeintlichem Machtmissbrauch der Amerikaner und Israelis tun? Wo bleibt da die Gemeinsamkeit von Werten, die Gemeinsamkeit des Glaubens?

Vielleicht ist all das Händeschütteln ein bisschen verfrüht.

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