China und Russland wetteifern um Macht im Nahen Osten


Der Nahe Osten ist zum sprichwörtlichen Schulhof geworden, auf dem sich die Großmächte jahrhundertelang um die Macht geprügelt haben. Die Amerikaner, Briten, Franzosen und Osmanen spielten eine große Rolle in der Geschichte dieser Region.

In letzter Zeit haben 2 Nationen mit einer sehr hohen Bevölkerungsanzahl, nämlich China und Russland, ihren Einfluss in dieser Region ausgeübt. Beide hungern nach Quellen, um schwindende Energieressourcen zu ersetzen und benötigen Zugang zu weiteren Versorgungsrouten.

Für die Anhänger biblischer Prophetie ist dies eine Bestätigung, dass beide Nationen eine Hauptrolle in der Endzeit spielen werden.

China versucht, die Weltwirtschaft zu beherrschen und seine 1,4 Milliarden Staatsbürger zu ernähren und verfolgt daher einen aggressiven Expansionskurs in hunderten von Ländern.

Dieser außenpolitische Expansionskurs zeigt sich im Projekt New Silk Road (neue Seidenstraße), bei welchem der Indische Ozean über Straßen und Wasserwege mit dem Mittelmeer verbunden werden soll. Mehr als 40 % seines Rohöls wird aus dem Nahen Osten importiert, daher strebt China nach der Kontrolle über die Lieferwege. Noch vor einem Jahrzehnt investierte China 1 Mrd. US-Dollar in der Region. Heute sind es 23 Mrd.

Nur in der ersten Jahreshälfte 2019 investierte China über 3 Mrd. Dollar in Israel und kontrolliert ein Viertel von Israels Technologiesektor. Außerdem hat China enormen wirtschaftlichen Einfluss auf die Industriezweige in Ägypten, Iran, Libanon, Saudi-Arabien (65 Mrd. Dollar in Joint Ventures) und der Türkei. („China im Nahen Osten: Neuverteilung regionaler Politik“, Ilan Berman, Middle East Quarterly, Herbst 2019. Auch: „Wie China den Nahen Osten aufrüttelt“, Daniel Pipes, Washington Times, 10.9.2019)

Russland hingegen verfügt nicht über die finanziellen Mittel, um Einfluss im Ausland zu gewinnen, besitzt aber fortgeschrittene Rüstung.

Syrien hat erheblich von Russlands Raketenarsenal und Flugzeugflotte profitiert, wodurch es Präsident Baschar al-Assad ermöglicht wurde, die Rebellen gnadenlos zu schlagen. Dafür wurde Russland mit Militärstützpunkten in Syrien belohnt, die einen strategischen Gewinn einbrachten: Zugang zum östlichen Mittelmeerraum.

Russland profitierte auch davon, Syrien als Test- und Demonstrationsfeld für neue Waffen und Rüstungstechnologie nutzen zu können, vor allem bei elektronischer Kriegsführung, was zu einer Steigerung der Rüstungsverkäufe führt.

Es gibt noch weitere Vorteile: Die Instabilität im Nahen Osten zu schüren durch die Unterstützung der schiitischen Iran-Libanon-Syrien-Achse führt dazu, dass die Öl- und Gaspreise raketenhaft ansteigen. Dies bedeutet einen finanziellen Halt für Russland. Es muss sein Öl für einen höchstmöglichen Preis verkaufen, während immer noch ein Vorrat besteht. In 20 Jahren wird es keine Ölvorräte mehr haben.

Außerdem hat Russland nach dem Abzug der Amerikaner aus dem Nahen Osten mehr Einfluss in Verhandlungen mit der Türkei, Saudi-Arabien und Israel gewonnen. („Russlands Strategie im östlichen Mittelmeerraum“, Douglas J. Feith, Shaul Chorev, Jerusalem Post, 28.9.2019)

In der Tat mischt Russland sich aktiver ein. Drei mal hat Russland israelische Luftangriffe auf syrische Militärziele vereitelt und damit gedroht, die israelischen Jets abzuschießen. Russische Jets und hochentwickelte S-400 Flugzeugabwehrraketen waren startbereit, um die Einrichtungen unter russischer Kontrolle in Syrien zu verteidigen. („Russland verhindert israelische Luftangriffe in Syrien“, Yasser Okbi, Jerusalem Post, 14.9.2019)

Für Leser der Bibel, welche die Bibel mit den aktuellen Ereignissen in Verbindung bringen, ist das Engagement von China und Russland im Nahen Osten von Bedeutung.

Dies stützt die Ansicht, dass Hesekiel 38 und 39 sich auf Russland als den militärischen Riesen aus dem Norden bezieht, der fremde Armeen beim Angriff auf Israel anführt, wo sie besiegt werden. Auch Offenbarung 9, 16 beschreibt das, was nur der kolossale Militärkomplex Chinas sein kann. Chinas Armeen werden eines Tages die chinesischen Vermögenswerte im Nahen Osten verteidigen (vgl. Jes. 49, 12; ein Verweis auf China).

Dies sind zwar weit verbreitete christliche Ansichten, der Krieg des Gog von Magog ist aber auch in jüdischen Kreisen ein Thema. Orthodoxe Rabbiner erwähnen Gog von Magog oft im Bezug auf Russland.

Während die Großmächte um die Macht und den Einfluss wetteifern, muss Israel Vorsicht walten lassen. Es ist mächtig, aber nicht unbesiegbar. Alle, die jetzt noch Freunde des jüdischen Staates sind, müssen es nicht unbedingt für immer sein. Nur Gottes Treue ist gewiss.

„Und ich will Feuer werfen über Magog und über die, so in den Inseln sicher wohnen; und sollen’s erfahren, daß ich der HERR bin. Denn ich will meinen heiligen Namen kundmachen unter meinem Volk Israel und will meinen heiligen Namen nicht länger schänden lassen; sondern die Heiden sollen erfahren, daß ich der HERR bin, der Heilige in Israel…..und also das ganze Haus Israel erfahre, daß ich, der HERR, ihr Gott bin von dem Tage an und hinfürder“ (Hes. 39, 6-7, 22).

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