Freundliche Gesten für Jerusalem inmitten eines Hexenkessels


The UN General Assembly votes December 21, 2017, to condemn US recognition of Jerusalem as Israel’s capital.
The UN General Assembly votes December 21, 2017, to condemn US recognition of Jerusalem as Israel’s capital.

Derzeit geschieht etwas Eigenartiges. In den letzten Monaten beobachtete ich einen außerordentlichen Trend. Die Unterstützung für Israel nimmt zu, zumindest vorerst.

• Diplomaten und Regierungsvertreter strömen nach Israel. Ihre Begierde, persönlich Zeuge von Israels Wissenschaftsfortschritten, High-Tech-Errungenschaften und Sicherheitsexpertise zu werden, ist der Beweis sichtbar wärmerer Beziehungen. Offiziell gibt es noch Kritik, bei der UNO und anderswo, aber in weniger öffentlichen Gesprächen zeigt man Zustimmung und Enthusiasmus.

• Als Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (Bibi) im Januar für einen Staatsbesuch nach Indien reiste, wurde er von Ministerpräsident Narendra Modi wie ein alter Freund empfangen. Es war sicher ein seltsamer Anblick, das stolze Staatsoberhaupt einer Nation von 1,3 Milliarden Menschen und das freudestrahlende Staatsoberhaupt einer Nation von nicht einmal 9 Millionen sich so herzlich umarmen zu sehen. Die strategisch geplante Reise brachte beiden Nutzen bei Handel, Technologie und Verteidigung.

Für Modi war es eine gewaltige Aufgabe, seine Bürgerschaft, die 172 Millionen Muslime beinhaltet, mit dem Gedanken einer Freundschaft mit dem jüdischen Staat vertraut zu machen. Doch der Besuch war reich an Symbolik: Als Netanyahu den Flughafen verließ, säumten zehntausende Schaulustige jauchzend die Straßen, jubelnd: „Bibi, Modi, Bibi, Modi“. Solche Liebesbekundungen erfahren israelische Staatsoberhäupter selten.

• Zwei Drittel der UN-Mitgliedsstaaten verurteilten die Entscheidung von US-Präsident Trump Jerusalem als Israels 3000 Jahre alte Hauptstadt anzuerkennen, aber ein Drittel tat es nicht. Das sind nicht wenige.

Doch das bedeutet kaum, Israel habe keine Sorgen.

Keine Zeit für Schlaf

Der Bürgerkrieg in Syrien ist nicht zu Ende, und noch immer sind Militärbasen von 30 Ländern auf syrischem Boden stationiert. Russland, syrische Rebellen, der Iran (über seine Vertreter, wie die Hisballah) und Andere rangeln jeweils um Land.

Ein klarer Gewinner ist der Iran. Durch die Niederlage der meisten Rebellen konnte er sich einen Landkorridor schaffen, der sich durch den Irak, Syrien und den Libanon bis hin zum Mittelmeer und Richtung Europa zieht. Das ist ein riesiger strategischer Gewinn.

Israel warnt seit Jahren vor der Bedrohung, die dies darstellt, doch die Europäer machen sich keine Sorgen. Schließlich boomt der Handel mit den Persern wieder.

Für Israel gibt es noch eine weitere Sorge. Mit dem Pendant des Irans in Gaza, der Hamas, und ihren Rebellen, die IS-Sympathisanten sind, ist Israel durch die ägyptische Sinai-Halbinsel von Süden her bedroht.

Im Osten liegt Jordanien. König Abdullah stellt keine Gefahr dar. Doch seine Monarchie ist ständig vor Revolte gefährdet durch die 70 % der Bevölkerung, die nicht, wie er, beduinisch sind. Sie sind palästinensische Araber, die bösartige Israelgegner sind.

Wie eine sich zuziehende Schlinge um Israel sind die allseitigen Bedrohungen. Einige sind kontrollierbar, andere sind Sache des israelischen Militärs. Unaufhörliche Wachsamkeit ist gefordert.

Die Gefahren innerhalb Israels bleiben bestehen. Im November 2017 gab es landesweit 84 Terrorvorfälle. Im Dezember verdreifachte sich die Zahl auf 249.

Während das terroristische Morden anhält, verurteilt die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), Israels so genannter Friedenspartner, die Taten nicht mehr, sondern bezichtigt Israel stattdessen der Menschenjagt, nur weil es die Killer finden will! Schamlos spotten sie über das Wimmern internationaler Pro-forma-Verurteilungen. Und die Anstiftung zur Gewalt gegen Juden geht weiter – über alle Plattformen.

Die Zeit des unpopulären und älteren PA-Präsidenten Mahmoud Abbas neigt sich dem Ende zu. Politisch erfolglos, im Amt gehalten nur durch gut bewaffnete und brutale Untergebene, hat er daher kürzlich den Ton seiner rassistischen Anti-Israel-Rhetorik verschärft und wird täglich extremer, hoffend, so seine Macht erhalten zu können.

Judäa und Samarien (die Westbank), die er regiert, sind infiltriert von Hamas-Schläfer-Zellen und Unruhestiftern. Sie warten darauf, ihn entthronen zu können, zu übernehmen und dann ihre Bemühungen mit denen ihrer Meister in Gaza zusammenzuführen.

Doch Einige sind nicht bekümmert. Der muslimische Journalist Bassam Tawil schrieb: „Es gibt nichts Neues auf der palästinensischen Ebene. Die palästinensischen Gewaltandrohungen und das Hinausgehen aus jeglichem ‚Friedensprozess‘ sind alte Neuigkeiten. In Jerusalem brennt es nicht. In Jerusalem ist die Lage angespannt, und das seit langem, da es die Palästinenser bis jetzt noch nicht geschafft haben, mit Israels Existenzrecht klar zu kommen. Das ist die wahre Geschichte. Die Palästinenser rasen, rasen und rasen vor Wut, aus einem einzigen Grund: Weil Israel existiert“ („Newsflash: Jerusalem Not on Fire!“, Gatestone, 10.12.17). Tawil fügte hinzu, dass es mehr Journalisten in Jerusalem gibt, die nach einer Geschichte suchen, als Demonstranten auf der Straße.

Mer Deckel des Hexenkessels könnte schon bald explodieren. Israel wird für die daraus folgende Gewalt gerüstet sein, doch der Preis an Menschenleben und Verletzungen wird hoch sein. Der Glaube Israels wird geprüft werden, doch die stärkenden Verheißungen von Gottes Wort werden sich bestätigen.

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