Ein dunkles Kapitel in heutiger Zeit


Der harmloseste Vorfall war im Oktober, als das historische Grab Josefs in Nablus (dem biblischen Sichem) von palästinensisch-arabischen Randalierern in Brand gesteckt wurde – harmlos, weil es keine Toten gab.

Doch in anderen Fällen gab es herzzerreißende Todesfälle. Unter den Toten der letzten Wochen waren auch 4 Rabbis.

Zwei Terroristen feuerten mit Pistolen aus dem Hinterhalt auf einen Pkw und töteten Rabbi Eitam Henkin (31) und seine Frau Na’ama (30), während auf dem Rücksitz 4 ihrer 6 Kinder (von 4 Monaten bis 9 Jahren) mit Schrecken zusahen.

Jerusalem: Tausende Trauernde bei der Beisetzung des ermordeten Rabbi Eitan Henkin (31) und seiner Frau Na'ama (30).
Jerusalem: Tausende Trauernde bei der Beisetzung des ermordeten Rabbi Eitan Henkin (31) und seiner Frau Na’ama (30).

Rabbi Aharon Banita (41) und seine Frau Adele (22) schoben ihr 2-jähriges Kind im Kinderwagen durch eine enge Gasse in Jerusalems Altstadt. Ein Angreifer tauchte auf, stach auf alle drei ein und tötete den Vater. Ein weiterer Rabbi, Nehemia Lavi (22), der die Tragödie sah, eilte zu Hilfe. Auch er wurde niedergestochen und starb. Die verletzte Mutter, mit einem langen Messer in ihrem Hals steckend und ihr Kind haltend, flehte um Hilfe. Zuschauende palästinensische Araber, fluchten und jubelten, spuckten sie an, oder, wie im Falle eines arabischen Ladenbesitzers, tranken seelenruhig aus einer Coladose und unternahmen nichts. Schließlich trafen Soldaten ein und töteten den Terroristen.

Ein vierter Rabbi, Yishayahu Krishevsky (59), wurde getötet, als er von einem Pkw an einer Bushaltestelle gerammt, dann vom Fleischerbeil schwingenden Fahrer zu Tode gehackt wurde.

Zum Vergleich: Könntest Du Dir vorstellen, dass in Deiner Ortschaft vier Geistliche so brutal ermordet würden?

Es gab hunderte weitere Vorfälle. Durch Smartphones und Überwachungskameras wurden Dutzende Videos geteilt, die unprovozierte Araber in ganz Israel zeigen (darunter Frauen und Teenager), die unschuldige, jüdische Bürger angreifen oder auf Polizisten und Soldaten zielen.

Ein Video zeigt, wie 2 Waffen schwingende Männer einen Bus entführten. Einer schoss mit einer Pistole auf Fahrgäste, tötete 3, während der andere den Gang entlang lief und die Menschen rechts und links mit einem Messer schlitzte. Das Video wurde 2 Tage später auf einer arabischen Webseite gepostet – um dies zu feiern.

Älteren, Frauen und Kindern stach man brutal in Kopf, Hals und Herz. In vielen Fällen konnten alarmierte Soldaten auf die Terroristen schießen, um weitere Tote oder Verletzte zu vermeiden.

Schulleiter schrieben an Eltern und ermahnten sie, das emotionale Trauma ihrer Kinder zu beachten, die mit dem Bus zur Schule fahren – darunter auch mein Sohn –, an Straßenecken warten und sich außerhalb ihres Hauses verletzlich fühlen. Jeden Morgen sehe ich Frauen und Männer an Bushaltestellen beten und Psalmen lesen. Vor Synagogen und öffentlichen Gebäuden wurden wieder Bürger-Patrouillen gebildet, Gottesdienstbesucher erinnert man daran, ihre Waffen zum Gottesdienst mitzubringen.

Die Opfer werden beschuldigt

Was ist der Grund für alles? US-Außenminister John Kerry rechtfertigt die Gewalt und macht Israel mit seinem Siedlungsbau dafür verantwortlich. US-Präsident Obama hält sowohl den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu als auch den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmoud Abbas, dafür gleichmäßig verantwortlich. Zwar gibt er zu, Israel sei berechtigt, Recht und Ordnung wiederherzustellen, doch hat Obama keinen einzigen Fall arabischer Gewalt verurteilt.

Die Europäische Union, wie auch die Vereinten Nationen, drückt ihre Besorgnis über die unverhältnismäßigen Maßnahmen der israelischen Sicherheitskräfte aus. Man verliert kein einziges Wort über die arabischen Angriffe auf Juden.

Die Nachrichtenmedien sind fixiert auf die arabischen Opfer. Wieder und wieder ignorieren oder minimieren die Nachrichtenberichte den Kontext: dass noch wenige Augenblicke, bevor die muslimischen Araber angeschossen oder von der Polizei verhaftet wurden, diese selbst auf Juden einstachen, in der Absicht, sie zu töten. Terrorakte von Arabern werden als ungeplante Aktionen, als Taten von „einsamen Wölfen“ bezeichnet, begangen von Palästinensern wegen der Besetzung ihres Landes (sic). Wenn dem nur so wäre.

Ein Plan, um Beachtung zu erzielen

Über 800 Gewaltangriffe auf Juden in Israel seit Rosch Haschanah am 15. September 2015.
Über 800 Gewaltangriffe auf Juden in Israel seit Rosch Haschanah am 15. September 2015.

Der PA-Chef Abbas ist ein berechnender Diktator. Im 11. Jahr seiner 4-Jahres-Wahlperiode behält er die Macht nur durch seine Polizeigewalt. Israel toleriert ihn, denn würde er gestürzt, würde die Hamas übernehmen, wie es im Gazastreifen geschah.

Bis zum Sommer dieses Jahres war der Schwung für einen neuen Staat gebremst worden. Die Weltaufmerksamkeit richtete sich auf den Islamischen Staat (IS), Syrien, den Irak und den Flüchtlingsstrom nach Europa, nicht auf den „Palästinensischen Kampf“. Abbas musste seine Bedeutung wiederherstellen.

Die von Jassir Arafat 1993 begonnene Aufwiegelung weiterführend, hat Abbas in seiner Rede am 16.09.15 die Juden schmutzig kritisiert, indem er sagte, die Al-Aksa-Moschee  (d.h. der Tempelberg-Bereich) müsse vor einer „Verunreinigung durch dreckige jüdische Füße“ geschützt werden. Er pries „jeden Tropfen [muslimischen] für Jerusalem vergossenen Blutes. Das ist klares und reines Blut, Blut, das für Gott vergossen wurde. Es ist Allahs Wille.“ Die aufwiegelnde Rede wurde hunderte Male im palästinensischen Fernsehen und Radio wiederholt. Die Bevölkerung kochte. Der Hexenkessel war bereit zu explodieren.

Bereits seit Monaten wurden Juden und Christen bei Besuchen des Tempelberges von der muslimischen „Sittenpolizei“ schikaniert. Kämpfe und Festnahmen sind jetzt zur Regel geworden. Ein „angeheuerter Mob“ lässt mittlerweile Steine und Schlimmeres auf Touristen regnen. Die israelische Polizei verfolgte Jugendliche in die verbarrikadierte Moschee und sah ein Lager von Brand- und Rohrbomben sowie Steinen – geplante Anschläge wurden so aufgedeckt. In der muslimischen Welt sah man die Gewalt auf den Titelseiten der Zeitungen, und Abbas gab Netanyahu die Schuld. Die internationalen Medien griffen Abbas‘ Anschuldigungen auf, und er ergötzte sich an der Aufmerksamkeit, sein Ziel war erreicht.

Der Kampf um den Tempelberg war ein gänzlich gestelltes Szenario. Nichts hatte sich geändert an dem Ort, wo einst der Tempel stand. Am Ende des Sechstage-Krieges, im Juni 1967, machte Israels siegreicher Verteidigungsminister General Moshe Dayan den verhängnisvollen Fehler, die Autorität über den Tempelberg dem muslimischen Waqf zu geben, glaubend, das würde die Araber besänftigen. Stattdessen missbrauchte man seither die Autorität, um Juden und andere Nichtmuslime zu demütigen. Zudem wurden unbezahlbare archäologische Überreste durch den Waqf zielgerichtet zerstört. Jegliche Beweise jüdischer Geschichte sollten vernichtet werden.

Es gibt noch eine weitere Motivation für die Angriffe: Die Verhafteten und Inhaftierten wissen, dass die PA ihre Familien unterstützen wird. Obwohl sie sich stets über finanzielle Engpässe beklagt, gibt die PA den Familien von in Israel inhaftierten Terroristen US$ 100 Millionen jährlich.

Schließlich schwappte das Blutvergießen in die Straßen über, wie wir heute sehen, das meiste durch arabische Bürger Israels. Jugendliche, die an Sommerlagern der Hamas teilnehmen, werden trainiert, mit Messern und Pistolen zu töten.

Doch selbst diese Gewalt ist nicht wirklich neu. Die Geschichte zeigt, es gab sie seit Jahrhunderten und Jahrtausenden, so lange, wie Juden in diesem Land leben –kontinuierlich seit 3000 Jahren.

Diesen tief sitzenden, von innen heraus kommenden Judenhass erlebend, wäre es eine Simplifizierung, wollte man den Kampf nur sozio-politischen, kulturellen und religiösen Differenzen zuschreiben. Er ist größer als das. Er ist ein Hass mit Völkermordabsichten. Paulus hatte Recht: „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Eph. 6,12).

– Red.

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